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#15 – Hunde, nasse Matratzen, Erziehungsfragen & PV-Kraftwerk

SpotBeat Family Podcast
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#15 - Hunde, nasse Matratzen, Erziehungsfragen & PV-Kraftwerk
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Es gibt Menschen, die der Meinung sind, dass die Singularität unausweichlich ist und in ca. 20 bis 30 Jahren für uns Realität werden könnte.

Singuwas?

Singularität. Genauer gesagt die technologische Singularität. Das ist der Zeitpunkt, an dem der Mensch eine künstliche Intelligenz erschafft, die sich selbstständig weiterentwickelt und dann relativ schnell die Menschen in Sachen Intelligenz überholt.

Ab dem Zeitpunkt werden die Menschen nicht mehr in der Lage sein diese Super-KI auch nur ansatzweise zu verstehen. Und weil Prozessoren schneller rechnen als unsere Gehirne, wird diese KI mit jeder Sekunde intelligenter.

Wird doch langsam Zeit, dass auf der Erde mal intelligentes Leben entsteht.

Diese Künstliche Intelligenz wird auch das letzte sein, was der Mensch jemals erfunden hat. Denn alle weiteren Erfindungen werden dann auf das Konto dieser Super-KI gehen.

Wenn man also davon ausgeht, dass diese künstliche Intelligenz irgendwann tatsächlich das Licht der Welt erblickt, dann sollten die Menschen sich lieber gut mit ihr stellen. Denn die Alternative könnte für uns zu einem klitzekleinen Problem werden.

Transhumanismus nennt sich die Religion, dessen Anhänger an die Singularität glauben und wie folgt argumentieren:

Weisst du, ich lasse mir einen Chip in den Kopf einpflanzen und werde zu einem Teil dieser Super-KI. Ist doch besser zu einem Terminator zu werden und andere abzuballern, als selbst von einem Terminator abgeballert zu werden, oder?

Die Idee hinter dem Transhumanismus ist also unsere Spezies abzuschaffen und die Menschheit in eine Art Cyborgs umzuwandeln, die dann mit dieser Super-KI verbunden sind. Entweder wir entscheiden uns für das, oder sie schlachtet uns ab.

Dass die Transhumanisten richtig Bock darauf haben merkt man auch daran, dass sie gerade Diejenigen sind, die an der Entwicklung dieser Super-KI arbeiten. Sie sind die Köpfe mit Taschen voller Geld hinter den großen Tech-Konzernen Google, Microsoft, Amazon und Co.

Ich meine, jeder braucht ein Hobby, und Transhumanismus ist eben ihrs. Verdenken kann man es den Brüdern nicht. Denn der Mensch hat schon immer versucht sich selbst zu optimieren. Wir sind eben nicht perfekt und haben alle mit Komplexen zu kämpfen.

Heute soll’s aber nicht nur um Cyborgs, sondern auch um Hunde, nasse Matratzen, Erziehungsfragen und unser nagelneues Kraftwerk auf dem Dach gehen.

Frohes Neues und willkommen bei der 15. Folge des SpotBeat Family Podcasts. Meine Name ist Sergej.

Uns Menschen war es schon immer bewusst, dass wir nicht perfekt sind. Wir sind verletzlich. Wir beobachteten die Natur und sahen Tiere mit krasseren Zähnen, kräftigeren Beinen und schärferen Klauen. Deshalb bauten wir uns Speere und Rüstungen, um unsere Schwächen auszugleichen. Und dank Autos und Computern sind wir die schnellsten und die hellsten auf dem Planeten.

Als wir vor ein paar tausend Jahren gecheckt haben, dass Wölfe das bessere Gehör und eine viel feinere Nase haben, ketteten wir sie bei uns zu Hause an und benutzten sie als Alarmanlage. Und wenn einer einbrechen wollte, dann musste er sehr schnell laufen können. Wir wollten bessere Ohren, eine bessere Nase und schnellere Beine und haben den Wolf zu einem Hund domestiziert, der uns Vorteile verschafft und uns gewissermaßen verbessert.

Sag mal, das hast du dir doch eben nur ausgedacht…

Ja schon, aber es kann doch trotzdem so gewesen sein.

Zu Hunden haben meine Frau und ich ein zwiegespaltenes Verhältnis. Ich vermute mal das es den Meisten so geht, die in der Sowjetunion geboren wurden. Hunde und Katzen als Haustiere kannten wir nicht. Tiere gehörten nach draußen. Jeder auf dem Dorf hatte Tiere, aber die hatten eine klare Funktion.

Der Hund war an der Leine und lebte draußen in der Hundehütte. Er sorgte für Abschreckung und beschützte uns. Die Katze hielt Mäuse und Ratten fern. Für Futter und ein Dach über dem Kopf mussten die Tiere also arbeiten.

In Deutschland sah ich zum ersten Mal, dass Tiere im Haus leben. Teilweise sogar mit dem Besitzer in einem Bett schlafen. Mittlerweile sind wir Deutsch genug, dass uns das nicht mehr komisch vorkommt. Aber vor 30 Jahren hatte das für eine Menge Gesprächsstoff innerhalb meiner Verwandtschaft gesorgt.

Der Campingplatz Mar Menor, auf dem wir Weihnachten verbracht hatten, ist in ca. 110 Parzellen unterteilt. Es stehen aktuell mehr als 100 Wohnmobile dort und ich schätze, dass jeder dritte dort einen Hund besitzt.

Das ganze Gelände ist mit einem Maschendraht umzäunt und dahinter gibt es eine Art Strand.

Jeden Morgen, ging ich wie so ein Knast-Insasse zu diesem Zaun, trank meinen Kaffe und beobachtete die Hundebesitzer. Ich habe keinen gesehen, der den Hundekot nicht aufgehoben hat. Aber das Ding mit Menschen ist, dass wir uns unter Beobachtung anders verhalten, als wenn wir uns unbeobachtet fühlen. Folglich war der Strand leicht vermient.

Am Dienstag nach Weihnachten fuhren wir zum Strand, auf dem sich einige Camper dauerhaft eingerichtet haben. Dort haben wir unsere neue Photovoltaikanlage bekommen und auch dort gibt es eine Menge Hunde. Wir mussten echt aufpassen, wo wir hintreten, denn der Hundekot lag überall. Auch im Sand.

Du bist aber auch ein Sensiebelchen. Das ist so in der Natur. Da scheissen die Tiere eben da hin, wo sie gerade stehen.

Ich will damit nur sagen, dass man als Wild-Camper auf einem Naturstrand wo viele Menschen und Tiere auf eine natürliche Weise miteinander leben, sehr viel Natur vorfindet. Ok?

Nach 30 Jahren haben wir unsere Meinung zu Hunden mittlerweile geändert. Und gerade in einem Camper macht ein Hund Sinn. Sie spüren und hören mehr als wir und ich würde grundsätzlich besser schlafen, wenn ich wüsste, dass bessere Ohren als meine zuhören und mich warnen, sobald jemand um mein Wohnmobil schleicht.

Ich denke, dass wir in einigen Jahren den Gedanken an einen Hund wieder aufgreifen werden. Aber aktuell haben wir mit unseren Kindern genug Arbeit und so ist das Thema erstmal vom Tisch.

Ja, für dich vielleicht. Frag mal die Kinder…

Nein habe ich gesagt!

An diesem Strand hat Mario uns in gerade einmal 6,5 Stunden die komplette Photovoltaikanlage installiert und in Betrieb genommen. Wir sind super happy und benutzen mittlerweile sogar die Außenbeleuchtung.

Wow, ihr lässt es gleich richtig krachen und macht ne Lampe an. Beeindruckend.

Ja, machmal sogar zwei gleichzeitig. Ich habe mir überlegt, dass ich dir zum Ende des Podcasts genau erkläre, was wir eigentlich gemacht haben und wie eine PV Anlage im Camper funktioniert. Wenn es dich gar nicht interessiert, dann kannst du dir das Ende einfach sparen. Ich warne dich rechtzeitig vor.

Zurück zu Mar Menor.

Wir waren insgesamt 9 Nächte auf dem Camping Platz. Nach einer Impfung wurden wir nicht gefragt. Auf der einen Seite ist dieser Campingplatz sehr bequem. Wir bekommen Strom und Wasser. Können Grauwasser entsorgen, Toiletten und Duschen benutzen und auch die Wäsche waschen. Für die Unterhaltung gibt es einen Pool, einen Spielplatz und Boccia Plätze.

Auf der anderen Seite gibt es Mücken und die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch. Nach zwei Tagen haben wir per Zufall gemerkt, dass die Matratzen von unten nass sind. Nich feucht, nass! Wenn wir die Vorhänge bei den Betten zuziehen, dann entsteht allein schon durch die Körperwärme ein kuschelig warmer Ort. Unter unserem Bett ist aber die Garage und unter dem Bett der Kinder ist die Fahrerkabine.

Durch den Temperaturunterschied kondensiert es und dank der hohen Luftfeuchtigkeit trocknet es kaum. Gut ist, wenn man solch erfahrene Camper wie Michael und Janina dabei hat, die seit über zwei Jahren unterwegs sind und dieses Problem auch kennen. Ich bekam von meinem Brother from another Mother folgenden Tipp:

Hör ma Schnucki. Abends drehst du die Heizung voll auf, machst sie aus und öffnest die Dachlücken. Morgens machst du das gleiche. Fertig.

Und das Funktioniert. Warum? Das kann Micha auch gleich erklären:

Warme Luft speichert mehr Feuchtigkeit, sammelt sich dann an der Decke und wenn du die Lücken öffnest, entweicht die Luft zusammen mit der Feuchtigkeit nach draußen. Ist Physik oder so.

Seit dem haben wir das Problem im Griff.

Nach dem Campingplatz sind wir nach La Manga gefahren. Das ist eine Stadt auf einer Landzunge, die den Salzsee Mar Menor und das Mittelmeer trennt. Die komplette Stadt besteht eigentlich nur aus Ferienwohnungen und scheint eine heißbegehrte Gegend zu sein. Denn ganz im Norden, an der Verbindung zwischen See und Meer, wurde sogar Land aufgeschüttet, um weiteres Bauland zu schaffen.

Dass wir neulich 15 Tonnen toten Fisch aus dem See geholt haben, sollten wir den Investoren lieber verschweigen.

Jepp, besser ist es.

Silvester haben wir auf Playa de Rafal verbracht. Der Strand wo wir auch die Full-Moon-Party gefeiert haben. Hier stehen wir aktuell mit fünf Wohnmobilen, wo wir auch Erika und Georg kennengelernt haben. Sie sind wie wir Spätaussiedler und entsprechend groß sind die Gemeinsamkeiten. Ähnliche Herkunft, ähnliche Erziehung, ähnliches Alter. Sie haben eine 9 und eine 15-Jährige Tochter dabei und sind ähnlich ziellos unterwegs wie wir.

Wir haben uns bis 3 Uhr morgens einen Dance-Battle geliefert, aber die 20 Jahre älteren Spanier neben uns, haben wir trotzdem nicht getoppt. Während wir schon müde ins Bett kippten, machten sie bis in die Morgenstunden weiter.

Dank Janina waren auch die Kinder gut beschäftigt. Als Motivation zum Wachbleiben durften sie jede Stunde einmal in die Tüte greifen und zogen sich eine Überraschungsaufgabe, die sie zu erledigen hatten.

Sie haben bei uns gebastelt, gemalt, in Tröten geblasen, sich tätowiert, die Haare mit Farbe besprüht und um 12 Uhr gab es Wunderkerzen. Voll cool.

Aber alter, das Wohnmobil! Wie ne Kneipe nach einer Rocker-Bande.

Ja Kinder, was willste machen.

Spanier böllern übrigens nicht. Sie schlucken stattdessen zu jedem Glockenschlag eine Weintraube. Also um 12 Uhr, 12 Weintrauben, in 12 Sekunden. Wer das hinbekommt, der darf sich etwas wünschen. Deshalb gibt es in den Supermärkten 12 abgepackte Trauben zu kaufen.

Bist du bekloppt? Kauf dir einfach ein Kilo Trauben und versorg das halbe Dorf damit.

Ja auf die Idee kam ich auch. Aber versuch mal 12 Trauben in 12 Sekunden zu schlucken. Du wird schnell feststellen, dass die Traubenhaut zu einem gewissen Problem wird. Ist einwenig wie trockenes Toastbrot zu schlingen. Deshalb werden die Trauben auch geschält verkauft und dann kommen einem die Spanier dann doch nicht mehr ganz so spanisch vor.

Als es gestern morgen ans aufräumen ging, hat die jüngste gebockt und nur gemeint:

Ich will nicht aufräumen, Ich will wie gestern Spaß haben. Ich will Spaß, Spaß, Spaß!

Diese Kinder. Neulich hat sie es geschafft, dass mir die Spucke komplett weggeblieben ist. Hier sind viele Familien mit Kindern unterwegs und entsprechend groß ist die Bandbreite an Erziehungsmethoden. Zwischen autoritär bis partnerschaftlich ist hier alles vertreten. Da hat sie wohl etwas aufgeschnappt.

Auf jeden Fall kam eines Morgens ein Dialog zwischen ihr und mir zu Stande:

Kind, hast du deine Zähne geputzt?

Nein.

Na dann geh mal ins Bad und putz deine Zähne.

Ich will nicht.

Das kann sein, aber deine Zähne musst du trotzdem putzen. Sonst verrotten sie und wir müssen dir in einem Jahr wie einer alten Oma Plastik Zähne einsetzen.

Ich habe gesagt nein. Mein Körper, meine Entscheidung.

Ich machte meinen Mund auf… und schloss ihn wieder. Damit habe ich jetzt nicht gerechnet. 30 Jahre Deutschland, aber diesen Satz habe ich bisher nur ein einziges Mal gehört. Und zwar hier.

Hihi, die beiden grinsen jetzt bestimmt.

Wenn du mal überlegst, dann ist das eigentlich ein gutes Konzept. Denn immerhin ist es genau das Recht, das wir ganz aktuell für uns selbst proklamieren. Ich möchte selbst entscheiden, ob ich mich spritzen lasse oder nicht. Und ich habe mich dagegen entschieden. Mein Körper, meine Entscheidung.

Warum sollte das Gleiche nicht auch für unsere Kinder gelten? Wie sonst sollen sie lernen, dass ihre Entscheidungen Konsequenzen haben. Wir sollten Ihnen diese Kompetenz doch lieber früher als später beibringen, oder?

Kaum grübelt man darüber nach, kommt die kleine mit ihrer Entscheidung um die Ecke, ihre Zähne nicht mehr putzen zu wollen. Sind ja ihre Zähne.

Ich kann mir aber auch eine weitere Situation vorstellen: Was ist wenn sie in die zweite Klasse kommt, die Schule ihr ein s.g. „Impfangebot“ unterbreitet und sie sich dafür entscheidet dieses Angebot anzunehmen? Ist doch ihr Körper, also auch ihre Entscheidung. Und inn ist es gerade auch. Dass bald Gesetze verabschiedet werden, die ein legale Grundlage dafür schaffen, steht für mich außer Frage. Und in der Sowjetunion wurde das auch so gemacht.

Mit dem Unterschied, dass man nichts zu entscheiden hatte.

Irgendwas sagt mir also, dass man für dieses „Mein Körper, meine Entscheidung“-Ding lieber ein paar Ausnahmen wie Zähneputzen, Impfungen und vielleicht noch Schwangerschaften definieren sollte.

Die Feiertage sind vorbei und ich bin schon fast erleichtert. Jetzt ist mal ne Woche abspecken und runterkommen angesagt. Es hat echt Spaß gemacht und wir haben sowohl Weihnachten als auch Neujahr mal ganz anders verbracht, als gewöhnlich. Auf jeden Fall haben wir unseren Horizont erweitert und unsere Komfortzone verlassen. War eine super Erfahrung.

Das für mich persönlich spannendste Thema habe ich mir für den Schluss aufgespart:

Die Installation eines 740Wp Kraftwerks auf dem Dach der Elefantenkuh.

Wenn dich das nicht interessiert, dann sage ich dir schonmal tschüss und bis zur nächsten Woche.

Wenn’s dich doch interessiert, dann erzähle ich dir gern alles über Photovoltaik im Wohnmobil, was ich bisher gelernt habe. Und ich versuche das mal so zu machen, dass es auch solche Elektrotechnik-Flaschen wie ich begreifen.

Los gehts.

Ein Wohnmobil ist wie ein kleines Haus. Es hat sogar eine eigene Energieversorgung, die vom eigentlichen Fahrzeug getrennt ist. Macht auch Sinn, denn sonst könnte es passieren, dass ich nicht mehr von der Stelle komme, wenn ich Nachts vor dem Fernseher einpenne und die Batterien leere.

Strom brauchen wir für:

  • Wasserpumpe, also Dusche, Toilette und Küche
  • Heizung
  • manchmal Kühlung
  • Kühlschrank
  • Licht
  • Internet
  • Fernseher
  • und alles was geladen werden muss, wie Telefone, Tablets und Computer

Dann gibt es noch ganz andere Geräte, die man im Wohnmobil eher nicht vermuten würde, die uns aber alle schon begegnet sind. Staubsauger, Fön, Backofen, Thermomix, Winkelschleifer usw.

Strom bekommen wir auf zwei Arten:

  1. Entweder wir bringen ihn mit, in dem wir beispielsweise die Akkus auf einem Camping-Platz voll-laden
  2. oder wir produzieren ihn bei Bedarf einfach selbst.

Auf dem Campingplatz kostet der Strom ca. 3-5€ pro Nacht. Unsere Photovoltaik-Anlage hat 1600€ gekostet. Sie amortisiert sich also nach ungefähr 500 Campingtagen mit dem kleinen Bonus, das wir in Sachen Elektrizität autark sind.

Im Wesentlichen brauchen wir für unser eigenes kleines Kraftwerk drei Komponenten:

  1. Batterien, die den Strom speichern.
  2. Panele, die den Strom produzieren.
  3. Und das Ding dazwischen. Nennt sich Laderegler und sorgt dafür, dass der Strom der Panele in die Batterien gespeichert wird.

Nun ist es so, dass die Panele Gleichstrom produzieren und Batterien Gleichstrom speichern. Es ist also naheliegend auch Geräte zu benutzen, die mit Gleichstrom arbeiten, was in einem Wohnmobil meistens der Fall ist. 220V Steckdosen sind also eher eine Ausnahme und USB Dosen eher die Regel.

In Wohnmobilen kommen vier unterschiedliche Batterie-Typen zum Einsatz:

  • Die Klassiker sind die Blei-Säure Batterien. Sie sind günstig, aber sehr schwer und man darf sie nicht liegend verbauen, denn sonst laufen sie aus.
  • AGM Batterien haben das Problem nicht. Die dürfen auch liegend verbaut werden, sind aber teurer. Unsere haben 200€ das Stück gekostet.
  • Gel Batterien sind in dieser Hinsicht noch besser, aber auch noch teurer.
  • Und der aller letzte Schrei sind Lithium-Batterien. Sie sind sehr teuer, können aber fast vollständig entladen werden, bevor sie hops gehen und haben damit theoretisch die doppelte Kapazität. Allerdings ist das eine neue Technologie und es gibt noch keine Langzeit-Erfahrungswerte.

Das Problem ist, dass eine Batterie beim Entladen auch immer geschädigt wird. Je weiter ich eine Batterie entlade, desto größer ist der Schaden. Der Schaden ist dauerhaft und kann auch nicht rückgängig gemacht werden. Im Umkehrschluss halten Batterien, die immer nur um ein paar Prozent entladen und dann wieder voll geladen werden, eine halbe Ewigkeit.

Wenn ich also dafür sorge, dass die Batterien immer voll bleiben, dann muss ich sie seltener tauschen. Und das ist völlig unabhängig davon, welche Batterietechnologie verwendet wird.

Obwohl wir ne Menge Wh in unseren Batterien gespeichert haben, können wir gerade mal die Hälfte davon wirklich nutzen. Entnehmen wir mehr, nimmt die Batterie einen so heftigen Schaden, dass sie an Kapazität verliert.

Passend dazu habe ich in einem früheren Podcast erzählt, dass ich mir eine externe Powerstation gekauft habe, die wir dazu benutzen, unsere Laptops und Handys zu laden. In dieser Powerstation ist eine Lithium-Batterie verbaut und rate mal, was sich nicht mehr laden lässt und ich jetzt nach zwei Monaten reklamieren muss? Ich wette das wäre nicht passiert, wenn wir sie nicht restlos leer gelutscht hätten.

AGM Batterien sind mittlerweile der Standard in Wohnmobilen und haben sich bewährt. Deshalb hat Mario sie uns empfohlen und auch verbaut.

Batterien haben zwei wichtige Kennzahlen.

  1. Die Spannung in Volt
  2. und die Kapazität in Ah.

Bei uns im Wohnmobil haben wir zwei neue 12V AGM Batterien mit einer Kapazität von jeweils 150Ah installiert. Das bedeutet, dass wir eine Stunde lang 300 Ampare aus den Batterien ziehen könnten. Danach wären sie komplett leer und komplett im Arsch. Wenn ich Volt mit Ah multipliziere, bekomme ich die Leistung in Watt-Stunden.

In unserem Fall 3600Wh. Damit können wir einen Mixer mit einer Leistung von 600 Watt sechs Stunden am Stück betreiben und eine Menge Pfannkuchen-Teig produzieren.

Wenn du also die Größe deiner Batterie berechnen möchtest, dann würde ich den Verbrauch eines Tages in Watt-Stunden mit 10 multiplizieren. Denn man muss auch mal drei Tage ohne Sonne überbrücken können und hätte dann eine Batterie, die noch zu 70% voll wäre. Also inklusive wichtigem Puffer.

Von unseren sehr viel klingenden 3600Wh komme ich auf die nicht mehr so viel klingenden 360Wh, die wir an einem Tag verbrauchen können, ohne Gefahr zu laufen, dass die Batterien einen Schaden nehmen.

Das reicht um ein paar mal den Laptop zu laden oder 16 Stunden Fernsehen zu schauen.

Kommen wir zu den Panelen.

Photovoltaik-Panele sind mittlerweile Standardkomponenten. Sie erzeugen die Elektrizität und ihre Leistung wird in Watt-Peak angegeben. Wir haben die komplette verfügbare Fläche auf unseren Dach ausgenutzt und haben nun Panele mit einer Gesamtleistung von 740Wp.

Das bedeutet, dass sie maximal 740W oder weniger produzieren werden. Das ist ein theoretischer Laborwert, den die Panele in der Praxis niemals erreichen werden. Denn dafür müssten sie perfekt sauber sein, die Sonne in einem 90° Winkel einfallen und die Themperatur bei exakt 25° liegen. Oder so ähnlich. Und das ist meistens nicht der Fall. Wenn sie mal die Hälfte produzieren, wäre ich schon happy.

Es gibt zwei Argumente, die dafür sprechen, die Panele ordentlich zu überdimensionieren.

  1. Die Akkus sind viel schneller voll. Ziel ist bereits vor dem Mittagessen die 100% zu erreichen. Denn je voller die Batterie, desto länger bleibt sie am Leben.
  2. Selbst bei bewölktem Himmel produzieren Panele Strom. Es sollte soviel sein, dass die Batterie möglichst noch am gleichen Tag voll geladen ist.

Die Module werden oben mit Kabeln verbunden. Entweder in Reihe oder parallel. Werden sie in Reihe geschaltet, dann addiert sich die Spannung. Parallel geschaltet, addiert sich die Stromstärke. Das ist wichtig zu wissen, denn davon hängt es ab, welchen Laderegler wir nehmen müssen. Einen der hohe Spannungen oder einen der hohe Ströme ab kann?

Unsere Panele sind in Reihe geschaltet und liefern eine Spannung von fast 100V und Ströme bis 30A.

Was ich davor gar nicht wusste ist, dass Panele aufs Dach nicht geschraubt, sondern geklebt werden. Schrauben sind eine Art Todsünde für Wohnmobile und ein Garant für Wasserschäden. Und der Wunderkleber, der sicherstellt, dass die Panele bei 100km/h dem Hintermann nicht in die Scheibe fliegen, heißt Sikaflex.

Mario hat Aluminium-Winkel aufs Dach geklebt, und dann die Panele an die Winkel geschraubt. Hält.

Wir haben zwei fette Kabel von den Panelen, durch das Dach, in den Schrank und zu den Batterien gezogen und da zwischen den Laderegler installiert. Dieses kleine teure Ding ist das Verbindungstück zwischen Panelen und den Batterien und wird quasi dazwischen geschaltet.

Ein Laderegler überwacht permanent die Batterie und lädt sie mit dem Strom aus den Panelen. Ich habe eins von Victron, so wie gefühlt jeder hier, und kann mit einer App dem Regler bei seiner Arbeit zusehen.

Beim Anklemmen des Reglers ist es wichtig, zuerst die Batterie anzuklemmen, damit er sich kalibrieren kann. Erst danach werden die Panele angeschlossen. Ab da läuft die Sache.

Was mir noch fehlt ist ein s.g. Shunt. Das ist ein Gerät, das zwischen dem Pluspol der Batterie und den Verbrauchern geschaltet wird und mir über eine App sagen kann, wie voll oder wie leer die Batterie ist. Das macht der Laderegler nämlich nicht, so dass ich nie weiß, wie voll die Batterie eigentlich ist.

Ein wichtiges Bauteil habe ich bisher unterschlagen. Das ist der Spannungswandler. Der ist optional, deshalb habe ich ihn bisher nicht erwähnt. Er wandelt die 12V Gleichspannung der Batterie in die 220V Wechselspannung, die wir aus der Steckdose kennen. Die brauchen wir immer dann, wenn wir ein Haushaltsgerät betreiben wollen, das es als Gleichstrom-Variante nicht gibt. Mixer oder Fön beispielsweise.

Ich hoffe ich konnte dir einen Überblick über eine Photovoltaik-Anlage geben, so dass du von hier aus selbst weiter recherchieren kannst. Wenn du Fragen hast, lass es mich einfach wissen.

Wir hören uns nächste Woche.

Bis dann

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Kein Spam. versprochen.

Über diesen Autor gibt es soviel zu sagen, das passt hier alles gar nicht hin. Am Besten kontaktieren und kennenlernen 😉.

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