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#4 – Abreise verzögert, aber gut geschlafen.

SpotBeat Family Podcast
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#4 - Abreise verzögert, aber gut geschlafen.
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Die Checkliste ist soweit abgearbeitet. Wohnmobil ist gekauft, bezahlt und in die Einfahrt gestellt. Alle Stoffbezüge und Vorhänge sind gewaschen. Eine dicke Einkaufsliste an Zeugs ist besorgt. Meine Frau hat in einem Drei-Tages-Marathon das WoMo von oben bis unten blitzeblank geschrubbt.

Ich habe es zugelassen. Die weiße Karte vom Versicherer haben wir auch schon. Die Schule spielt mit. Die Kinder sind motiviert. Die Sache sind gepackt und wir sind abfahrbereit. Selbst ein Ersatzklo haben wir dabei.

Bloß eine Kleinigkeit fehlt. Eine, die wir nicht ohne Weiteres unterwegs besorgen können aber dummerweise brauchen.

Willkommen zur vierten Folge des SpotBeat Family Podcasts. Mein Name ist Sergej.

Matratzen! Wer hätte gedacht, dass irgendwelche zwei Kack-Schaumstoff-Blöcke zum Problem werden? Gerade die haben wir als erstes bestellt, bloß das Kleingedruckte nicht gelesen. Die Lieferzeit von ca. 20 Tagen für Schaumstoffzuschnitte. „Selber schuld“. Klar, ärgerlich ist es trotzdem.

Es geht heute also um die Wohnmobil-Matratzen. Wie man allgemein bei Matratzen Geld sparen kann und auch um gesunden Schlaf.

Matratzen fürs Wohnmobil sind so ein Ding. Die gibt es nämlich nicht von der Stange. Die Matratze im Alkoven hat z.B. in einer Ecke eine Aussparung für ein Rohr. Und die Kante in Richtung Motorhaube ist schräg geschnitten. Auch die Maße von 2,19 x 1,47m sind nicht gerade Standard.

Sonderanfertigungen dieser Art gehen richtig ins Geld. Wenn man sie mit Bezug bestellt, dann lässt man locker 700-1000€ für die Basisausführung. Und wir haben zwei solcher Matratzen im Wohnmobil.

Gut ist, dass ich geizig bin. Denn den Bezug haben wir uns gespart und stattdessen bei eBay einige Meter Velours bestellt. Der ist schon da. Mein Mutter hat eine Nähmaschine stehen und wir werden den Bezug selbst versuchen nähen.

Gut ist das deshalb, weil sich die Lieferzeit mit Bezug sonst auf 40 Tage verlängert hätte und damit wäre unsere Laune endgültig im Eimer. Sollte der Schaumstoff nächste Woche eintreffen, dann wäre nur eine Woche verloren.

Leider konnte ich die Bestellung nicht mehr stornieren. Der Online-Shop konnte mir zwar keinen Liefertermin nennen, aber dafür diverse Links zu Erläuterungen, warum ich meine Bestellung nicht mehr stornieren kann und meine Geld nicht wieder bekomme. Scheinbar bin ich nicht der erste, der nachfragt.

Im Nachhinein habe ich wieder eine menge Lehrgeld bezahlt. Die beiden Zuschnitte nach Maß haben uns fast 600€ gekostet, aber das geht deutlich günstiger, wenn man bereit ist einwenig selbst zu basteln. Dazu komme ich gleich.

Aber lass uns zuvor einen kleinen Schlenker machen. Und zwar zum Thema gesunder Schlaf. Denn Schlaf ist ja der eigentliche Grund für die Matratzen.

Bei YouTube gibt es einen Kanal mit der Bezeichnung „Liebscher & Bracht | Die Schmerzspezialisten“. Such mal dort nach einem Video mit dem Titel „Gesunder Schlaf: Der größte Irrtum aller Zeiten“.

In diesem Video erklärt Herr Liebscher, warum diese ganzen teuren Matratzen mit ihren Zonen und so eigentlich rausgeschmissenes Geld sind. „Das hat er so nicht gesagt“. Nicht direkt, aber lies mal zwischen den Zeilen.

Ich habe für mich folgendes mitgenommen: Für uns Menschen ist der Schlaf in Rückenlage auf einer harten Unterlage am gesündesten. Also Brett, Decke drauf, reicht. Und weich wirds wahrscheinlich trotzdem, denn wozu haben wir sonst unser Fett-Polster. „Boah, war der schlecht“.

Eine einfache, harte Schaumstoffplatte sollte uns als Matratze also vollkommen ausreichen. Und das hat gleich mehrere Vorteile:

  1. Sie muss nicht dicker als 8 cm sein. Bei manchen Härtegraden reichen schon 7cm aus. Denn wir schaffen es nicht mit unserem Körpergewicht sie durchzudrücken.
  2. Je höher der Härtegrad, desto langlebiger ist das Material und es bleiben keine Druckstellen.
  3. Je weniger Material, desto günstiger. Günstiger wird es auch, weil es einfach nur Schaumstoff ist. Also weder Geld in die Erforschung von irgendwelche Zonen, noch ins Marketing geflossen ist.
  4. Do-It-Yourself ist absolut machbar.

Aber was macht man, wenn die Schaumstoffplatten, nicht das richtige Maß haben?

Das ist das schöne an diesem Material. Es lässt sich einfach schneiden und mit Schaumstoffkleber verkleben. Genau so machen die das im Werk auch. Sie haben Standardblöcke, schneiden sie auf Maß und verkleben sie zu größeren Blöcken.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich hier über Theorie spreche. Denn ich habe es noch nicht erprobt, sondern mich lediglich da reingelesen und werde es erst bei meiner nächsten Matratze testen können. Nur so als Einwurf.

Also, so theoretisch weitergesprochen, wie würde ich eine Matratze für ein Wohnmobil bauen?

Ich würde mir Kaltschaumstoffplatten in der richtigen Stärke und Schaumstoff-Kleber besorgen. Gibts alles bei eBay. Den Zuschnitt kann ich entweder mit einem sehr scharfen Kattermesser, einem Brotmesser oder einem elektrischen Brotmesser machen, dass zwei gegenläufige Schneiden hat. Das ist wohl die beste Variante.

Die Schnittkante stört mich nicht, die wird später vom Bezug verdeckt. Ich verklebe die Blöcke an den Stoßflächen und lasse den Kleber 24 Stunden aushärten.

Dann würde ich Velours oder ein anderes strapazierfähiges Material als Meterware bestellen und einen Bezug nähen. Klar ist, die Hände dürfen nicht aus dem Arsch wachsen – wie der Russe dazu sagt. Man muss also schon Bock auf so ein Projekt und auch ein geschicktes Händchen dafür haben.

Aber die Mühe lohnt sich. Denn so eine Matratze kostet nur ein Zehntel von der Maßanfertigung. Und das Geld muss schließlich vorher mit Arbeit verdient werden.

Bleibt noch die Frage: Welcher Schaumstoff?

Für mich sieht Kaltschaum richtig aus. Es gibt drei Angaben, auf die ich achten würde.

  1. Das Raumgewicht. Das wird mit RG abgekürzt. Je Höher der Wert, desto mehr Material, desto schwerer der Block, desto qualitativer und langlebiger ist er. Ich würde mindestens RG 40 nehmen.
  2. Der Härtegrad, auch mit HG abgekürzt. Je höher der Wert, desto besser für unseren Rücken und auch für die Langlebigkeit der Matratze. HG 3 scheint mir der richtige Härtegrad zu sein.
  3. Die Stauchhärte. Das wird mit SH abgekürzt. Auch hier, je höher der Wert, desto mehr Druck kann die Matratze ab. Ich denke, dass SH 50 gut ist.

Wenn du bereits Erfahrung mit dem Eigenbau einer Matratze hast, dann lass es mich bitte wissen. Ich würde gern erfahren, wie es in der Praxis so gelaufen ist.

Drück uns die Daumen, das der bestellte Schaumstoff nächste Woche ankommt. Wenn alles gut läuft, dann werde ich in der nächste Folge endlich unsere Abfahrt verkünden und auch erzählen können, wie die Näharbeiten der Matratzenbezüge gelaufen sind.

Für heute ist erstmal einräumen angesagt. Wir hören uns.

Bis dann.

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Über diesen Autor gibt es soviel zu sagen, das passt hier alles gar nicht hin. Am Besten kontaktieren und kennenlernen 😉.

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